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Ein Jahr als Peer

Wir, sechs Schülerinnen der 4AK, waren im vergangenen Schuljahr, unter der Leitung von Frau Professor Stummer, als Klassen-Peers tätig und haben eine Ausbildung zum Peer-Mediator gemacht.

Die Ausbildung ist für gemeinschaftsorientierte SchülerInnen des 3. Jahrganges geeignet, die ihre persona-len und sozialen Kompetenzen weiterentwickeln und ihre erworbenen Ressourcen im Sinne des Peer-Learnings handlungsorientiert für den ersten Jahrgang zum Einsatz bringen möchten.

Das Wort „Peer“ bedeutet so viel wie „Gleichgesinnte, Gleichaltrige“. Die Ausbildung und Tätigkeit um-fasst zum einen die sog. „Klassen-Peers“, die als Begleiter und Ansprechpartner für die SchülerInnen des 1. Jahrganges fungieren und zum anderen die „Mediatoren“ oder „Streitschlichter“. 
Am Schulanfang ging es um Prozesse des Kennenlernens und im weiteren Verlauf des Schuljahres haben wir vermehrt verschiedenste Übungen zur Stärkung der Klassengemeinschaft sowie zur Verbesserung des zwischenmenschlichen Kontaktaufbaues durchgeführt. Respektvoller Umgang miteinander und wertschät-zende und gewaltfreie Kommunikation waren uns im Hinblick auf Konfliktprävention ebenso wichtig wie Konfliktmanagement.

Der Besuch im Schlupfhaus in Graz war wahrscheinlich für uns alle ein Highlight, da wir etwas Neues, davor noch Unbekanntes, kennengelernt haben. Der kurze Einblick in diese Jugendnotschlafstelle verschaffte uns ein ganz anderes Bild von der Welt und uns wurde bewusst, dass wir eigentlich sehr zufrieden mit unserem Leben sein sollten, weil wir viele großartige Möglichkeiten haben, die sich andere Jugendliche sehr wün-schen würden.

Peer-Mediator zu sein, heißt, nicht nur anderen auf dem Weg zur Konfliktlösung zu helfen, sondern auch sich selbst besser kennenzulernen und Tipps zum Vermeiden der eigenen Konflikte zu sammeln. Ich habe erfahren, dass es gar nicht so leicht ist, als Mediator in einem Streit zu einer „Win-Win-Lösung“ zu kom-men; das heißt, dass beide Streitparteien zufrieden sind. Ich persönlich habe für mich auch mitgenommen, dass man in gewissen Situationen einfach mehr miteinander reden, auf den anderen zugehen sollte, um anfängliche Kleinigkeiten, die zu einem Problem führen könnten, frühzeitig auszuschalten.

Ich glaube, es ist in einer Schule mit einem Wirtschaftsschwerpunkt sehr wichtig, den Blick auch in andere Richtungen zu lenken, sich mit anderen Menschen, deren Umgang miteinander und dgl. zu beschäftigen, was für unser zukünftiges Berufsleben von großem Nutzen ist. Heißt doch das Motto unserer Schule: „Wir leben Wirtschaft mit sozialer Verantwortung“.

Abschließend ein herzliches Dankeschön an Frau Prof. Stummer für all das, was wir in diesem Jahr erlernen und erfahren durften sowie an jene LehrerInnen, die uns ihre Unterrichtsstunden – wenn auch manchmal mit einem weinenden Auge - zur Verfügung gestellt und somit für unsere Tätigkeit Verständnis gezeigt haben!

Jovana Bujic, 4AK